Reisebericht Kosovo-Reise
27. –29.12.1999
Teilnehmer:
Uwe Becker, Leiter Reportage „Ruhrnachrichten“, Dortmund
Rudi Löffelsend, Caritas Bistum Essen
Ziel: Erkundung Stand Hilfsmaßnahmen aus Spendenaktion Ruhrnachrichten
Erkundung Situation im Kosovo (Pristina)
27.12.99
11.00 h Abflug Düsseldorf mit Makedonien Airlines
13.50 h Ankunft Skopje
14.30 h Abholung durch Ilja K.
15.00 h Besichtigung Projekt für traumatisierte Kinder in der Roma-Siedlung
Shutka, Gespräch mit Projektleiter
16.00 h Besichtigung der Grenzstation Blace
17.30 h Gespräch mit Caritasdirektor Antun Cirimotic über weitere Projekte
19.30 h Einchecken Hotel, Abendessen
28.12.99
06.00 h Wecken
07.00 h Abfahrt zur Grenze
07.10 – 10.00 h Warten an Vorkontrolle
10.30 h Mazedonische Grenze
10.40 h Grenze Kosovo
12.00 h Ankunft Pristina
12.30 h Gespräch mit Mitarbeiterin CRS im Traumatisiertenprogramm
14.30 h Gespräch mit Schwester Smilja von kath. Pfarrei in Pristina
16.00 h Beginn Rückfahrt bei schwerem Wetter über Grenze bei Tetovo
18.00 h Grenzübertritt
19.00 h Abendessen in Tetovo
21.00 h Reifenpanne auf dem Weg von Tetovo nach Skopje
22.30 h Ankunft im Hotel
29.12.99
04.00 h Wecken
04.30 h Abfahrt zum Flughafen
07.10 h Abflug
09.40 h Landung Düsseldorf
10.00 h Abholung
zu den Punkten im Einzelnen:
1. Traumatisierten - Programm:
Läuft planmäßig mit rund 60 Kindern (Romas), zunehmend Erfolg bei Schulfähigkeit, Weihnachten genutzt, um kleine Geschenke zu verteilen.
Schulungen für Mitarbeiter aus Traumatisierten-Programmen aus dem Kosovo sind auch gut gelaufen, sollen fortgesetzt werden.
2. Sonstige Hilfen
Die Lebensmittelverteilaktion für 3.600 Flüchtlinge läuft gut in Kooperation mit einheimischen NGOs und CRS sowie DCV-Vertretung.
Erster Lastwagen mit Hilfen für Pristina (Caritas) ist angekommen.
3. Planung mit Caritas Makedonien
Ernstes Gespräch mit Prälat Cirimotic wegen Planung Roma-Siedlung und Caritas-Zentrum. Vorher langes Gespräch über Einschätzung der allgemeinen Lage (siehe Anlage Artikel Ruhrnachrichten)
Habe Prälat C. deutlich klar gemacht, daß ein weitere Zusammenarbeit in diesem Punkt (Baumaßnahmen) nur weitergeht, wenn er sowohl die genauen Baupläne und Kalkulationen (Angebote) sehr bald erstellen läßt. Notfalls müsse er sich einen anderen Architekten suchen. Hatte den Eindruck, daß er mich verstanden hat.
RENOVABIS und die NRW-Diözesen erklären nach wie vor Bereitschaft, aber wollen Taten sehen.
4. Traumatisierten-Programm im Kosovo
Nezi Sahilju, albanische Grundschullehrerin, arbeitet in drei Orten mit traumatisierten Kindern. Sie wird über den CRS finanziert. Sie und ein albanischer Künstler (Puppentheater) haben unsere Kurse für Mitarbeiter bei T.-Programmen gesucht. Sie berichteten ausführlich über ihre Arbeit (siehe RN)5. Kath. Pfarrgemeinde in Pristina
Die kath. Kirchengemeinde in Pristina liegt unweit vom Zentrum in einer Neubau-Sozialsiedlung. Sie wird von Soldaten der KFOR rund um die Uhr bewacht. Eine kliene (unzerstörte) Kirche, Pfarrhaus und Schwesternhaus bilden ein kleines Zentrum. 2 Salsianerpatres leiten die Gemeinde. 3 Ordensschwestern (Hl.-Kreuz-Schwestern ((?)) helfen aktiv mit. Sr. Smilja verantwortet die Caritasarbeit in der größten Stadt des Kosovo. Die Gemeinde hatte vor dem Krieg 3000 Seelen, jetzt etwas weniger. In der Kriegszeit und danach wurden etwas 50.000 Familien zumindest einmalig versorgt.
Trotz des materiell und personell immensen Einsatzes der NGOs und der internationalen Caritas, so Sr. S., ist erst relativ wenig an Hilfen nach Pristina gekommen, da sich alles auf Prizzeren konzentrieren würde. Es gibt Zusammenarbeit mit CRS, Caritas Schweiz (Wiederaufbau), Caritas HR und SLO und anderen Org.
Zu unseren Hilfen:
Der erste LKW mit 12 Tonnen Lebensmitteln, den wir aus Skopje geschickt haben, ist noch vor Weihnachten angekommen. Sr. S. wartet dringend auf versprochene 200 Krankenhausbetten für die zentrale Klinik in P. Zusage, ab Mitte Januar zu schicken.
Sie hat eine sehr unzulängliche Büro- und sonstige Ausstattung. Ein Fahrzeug fehlt, sie haben lediglich einen Renault R4 von der Caritas SLO..
Auftrag:
1. Überprüfung, ob aus Bestand Skopje ein Fahrzeug nach Pristina vergeben werden kann.
2. Überprüfung, Büroausstattung
3. Bettentransport realisieren
4. Weitere Lebensmittelieferung aus Skopje
5. Prüfung, ob Kurse für Helfer im Traumatisiertenprogramm mit einheimischen und evt. deutschen Kräften in Pristina durchgeführt werden können.
6. Nachprüfung, ob und wie einem Kinderheim (Waisen) geholfen werden kann und wer noch hilft. Die frühere Leiterin, Fr. Dr.Floeia Brovina, wurde von serbischenm Gericht zu 12 Jahren Gefängnis verurteilt, die sie in Serbien absitzt. Hier haben schon Qualifizierungen für Mitarbeiter stattgefunden, bzgl. T.-Programmen.
7. Den Wunsch, daß die Caritas Essen in Pristina ein eigenes Büro einrichtet, habe ich abgelehnt, Hilfen über Büros in Skopje und Tirana müssen ausreichen.
Für die Richtigkeit:
Rudi Löffelsend