Im August und November 1999 erschütterten zwei schwere Erdbeben die Türkei. Dabei kamen nach offiziellen Angaben fast 18.000 Menschen ums Leben, rund 45.000 wurden verletzt – die Dunkelziffer dürfte aber weitaus höher liegen. Etwa 300.000 Häuser und Wohnungen wurden zerstört oder schwer beschädigt. Der Wiederaufbau in den betroffenen Gebieten wird noch über Jahre andauern.
Der Caritasverband für das Bistum Essen hat rund 400.000 DM an den Malteser Hilfsdienst (MHD) Essen (einem Fachverband der Caritas) überwiesen. Davon wurden rund 600 Familienzelte, Schlafsäcke, Zeltheizungen und Großzelte angeschafft. Der MHD hat diese Materialien in Deutschland beschafft und kostenlos mit türkischen Fluggesellschaften nach Istanbul gebracht. Rund 400 Krankenhausbetten schickte die Caritas, in Zusammenarbeit mit dem türkischen Generalkonsulat, in die Region Izmit.
In der Regel versuchen wir, auch in Akutsituationen Hilfsgüter im Land selbst oder in Anrainerstaaten zu beschaffen um die Transportwege und –kosten gering zu halten.. In diesem Fall aber, war Eile geboten, so dass wir der Beschaffung und dem Transport ins Krisengebiet aus Deutschland zugestimmt haben.
Außerdem unterstützte die Ruhrcaritas die angelaufenen Hilfen von Caritas international in der Türkei. Caritas international, die Auslandshilfeabteilung des Deutschen Caritasverbandes, hilft der türkischen Caritas bei der Versorgung von abseits gelegenen Dörfern mit Lebensmitteln, Wasser und Hygieneartikeln. Die Hilfen der Caritas und Diakonie wurden in Zusammenarbeit mit der türkischen Partnerorganisation „Anatolian Development Foundation“ durchgeführt.
Herzlich bedanken möchten wir uns für die große Hilfsbereitschaft der Bevölkerung, vieler Firmen und Organisationen im Ruhrgebiet, den vom Erdbeben betroffenen Menschen in der Türkei zu helfen. Überwiegend private Spenden gingen ein, aber zunehmend auch Spenden von Pfarrgemeinden, Schulen, Vereinen.