Presse-Info 001 / 2002 - Essen, 03.01.2002

"Die letzte Mark für die Armen" - Sammlung am 31.12.2001 in der Essener Innenstadt erbrachte 1.304,35 DM

Essen (cde)
- Trotz klirrender Kälte und einiger Schneeschauer haben fünfzehn Mirarbeiter/innen der Caritas im Ruhrbistum unter der Leitung von Diözesan-Caritasdirektor Andreas Meiwes drei Stunden lang auf der Kettwiger Straße in der Essener Innenstadt eifrig versucht, den am Sylvestertag in die Innenstadt gekommenen Passanten ihre letzte Mark aus der Tasche zu locken. Der ansehnliche Betrag von 1.304,35 DM kam dabei zusammen. „Genau so wichtig wie das Geld waren die Erfahrungen, die wir gesammelt haben“, so Andreas Meiwes. „Jetzt habe ich noch höheren Respekt vor den ehrenamtlichen Sammlerinnen und Sammlern, die diese Arbeit oft seit Jahrzehnten tun“, meinte er.

Das ersammelte Geld ist bestimmt für die Hospizarbeit im Bistum Essen, eine caritative Arbeit, die nur sehr ungenügend finanziell abgesichert ist.

Die Hospizbewegung versucht mit einem ganzheitlichen Ansatz die körperlichen, psychischen, sozialen und seelsorglichen Bedürfnisse des Sterbenden und auch der Angehörigen zu umfassen. Dazu gehört auch eine intensive Schmerztheraphie. Jährlich sterben in Deutschland rund 850.000 Menschen. Vereinsamung und Verdrängung nehmen aber zu. 40 Prozent der Bevölkerung schätzen die Situation sterbender Menschen in Deutschland als einsam, anonym und unwürdig ein.

Im Bistum Essen gibt es derzeit drei stationäre Hospize und zwölf ambulante Gruppen, in unterschiedlicher Trägerschaft und Organisationsform.

Stationäre Hospize gibt es in Essen, Bochum und Duisburg, ambulante Hospizvereine in Duisburg (2), Mülheim, Oberhausen, Essen (2), Gladbeck, Gelsenkirchen, Bottrop, Ennepe-Ruhr-Kreis, Bochum, Wattenscheid .

Die Caritas im Ruhrbistum will diese vorwiegend ehrenamtlich getragenen Vereine unterstützen. Dies soll durch qualifizierte Schulungen von Ehrenamtlichen, von hauptamtliche Pflegenden, Vorständen und anderen Engagierten erfolgen.

Von entscheidender Bedeutung wird die Förderung der Zusammenarbeit sein zwischen den Vereinen aber besonders mit den andern ambulanten, teilstationären und stationären Einrichtungen der Alten-, Behinderten- und Gesundheitshilfe. Hier geht es um Kooperation und Vernetzung zum Wohl der Menschen in der letzten Phase.

Trauerarbeit mit Angehörigen wird ein hohen Stellenwert einnehmen, hier sind Schulungen notwendig. All diese Arbeit ist weitgehend nicht finanziert, ist auf Spenden angewiesen.