Presse-Info 187 / 2002 - Essen, 28. November 2002

Kampagne für Pflege im Düsseldorfer Landtag - Nachschau der Diözean-Arbeitsgemeinschaft der Altenheime im Bistum Essen

Essen (cde)
- "Welche Kampagne landet schon im Landtag", mit diesen Worten begrüßte der Landtagspräsident von NRW, Ulrich Schmidt, die Anwesenden, Vorstandsmitglieder der AG Freie Wohlfahrtspflege NW sowie weitere Vertreter und Vertreter aus den Verbänden und Einrichtungen, die am 13. November 2002 über 100.000 Unterschriften im Landtag abgaben. Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft (AGEA), Dieter Merten, Gelsenkirchen, der mit dabei war, berichtete Ende November dem Heimleiterrat, dem über 50 Heimleiter von Altenheimen im Bistum Essen angehören, von dem Erfolg der Kampagne.

Auszüge aus seinem Bericht:

"Die Resonanz, auf die unsere Kampagne gestoßen ist, hat uns selbst überrascht.

über 100.000 Menschen haben in NW unsere Resolution für Pflege unterstützt

über 18.000 mal wurden die Internetseiten der Kampagne besucht.

Über 250 örtliche und überregionale Veranstaltungen haben der Kampagne Aussagekraft verliehen.

Allein in unserem Bistum wurden über 5000 Unterschriften zur Resolution gesammelt. Dabei waren die verschiedenen Veranstaltungen sehr facettenreich:

Sommerfeste, Angehörigentreffen, Unterschriftensammlungen in Fußgängerzonen und anderes waren die Möglichkeiten, die von den Verbänden und Einrichtungen in den letzten 3 Monaten durchgeführt worden sind.

Die demographische Entwicklung in unserem Lande ist mehr als nur eine statistische Größe, die uns vor eine gesellschaftliche Herausforderung stellt.

Es geht um nichts Geringeres als die Würde des Menschen. Und es geht um die Zuwendung, die der ältere Mensch benötigt und die wir uns sicherlich auch wünschen, wenn wir älter und pflegebedürftig werden.

Dann zeigt sich, ob wir den ältere Menschen nur als Kostenfaktor begreifen oder als Gewinn für den sozialen Zusammenhalt der Generationen.

Die Wohlfahrtsverbände haben in ihrer Kampagne für Pflege deutliche Signale gesetzt.

Wir brauchen mehr Zeit für Zuwendung und für mehr Nähe in der Pflege.

Die Pflegewissenschaftlerin Frau Christel Bienstein von der Universität Herdecke hat dieses in einem Beispiel sehr deutlich gemacht. Was nützt es dem älteren Menschen, wenn die Zeiten fürs Waschen etc. stärkere Berücksichtigung finden, er oder sie aber viel lieber etwas aus der Zeitung vorgelesen bekommen würde.

Unsere Verbände und Einrichtungen benötigen dafür die richtigen Rahmenbedingungen und die werden in der Politik entschieden, in Düsseldorf oder auch in Berlin.

Nun gilt es die Forderungen auch politisch umzusetzen, Diese Aufgabe haben diejenigen, die hierzu in den Parlamenten politisch legitimiert worden sind, von den Menschen in unserem Land. Bei den verschiedenen Aktionen vor Ort hat sich auch gezeigt, dass selbst in Zeiten des Wahlkampfes der eine oder andere Politiker sehr sensibel und mit einem offenen Ohr bei dieser Themenstellung gewesen ist.

Unter dem Motto die Zukunft bewegen, hat die Kampagne in allen Regionen NRWs in den letzten 3 Monaten gezeigt, dass die Zukunft der Pflege eine hohe Aufmerksamkeit bei der Bevölkerung und in den Medien findet.

Wir haben die Probleme in der Pflege in das Rampenlicht gestellt. Niemand, in der Politik, in den Ministerien, bei den öffentlichen Kostenträgern oder auf Seiten der Pflegekassen, der Verantwortung trägt, kann leugnen, dass jetzt gehandelt werden muss.

Die Freie Wohlfahrtpflege ist weiter bereit, ihren Sachverstand in die weiteren Diskussionen und Debatten einzubringen, um die Rahmenbedingungen für eine gute Pflegequalität zu verbessern.

Nach wie vor lohnt es sich, den Lebensstandort NRW für alle Generationen zu sichern.